Eins hätte ich nicht gedacht: Drei Tage reichen kaum, um Weimar zu entdecken. Die Wirkungsstätten von Goethe und Schiller, der Rokokosaal der Anna-Amalia-Bibliothek, Kirchen, Museen und Thüringer Bratwurst – dazu ein Abstecher zur Wartburg und nach Erfurt… Und so wurde es sportlich. Aber wenn du mich kennst, weißt du: Ich mag das. Für dich habe ich hier allerdings einen Plan, den du ganz entspannt schaffen kannst. Dein Schrittzähler wird sich trotzdem freuen. Das sind meine zehn Tipps für dein Wochenende – mit passendem Zeitplan und weiteren Ideen. Schöne Grüße an Goethe!
Weimar ist ein Fest für Goethe-Fans: In seinem Haus am Frauenplan hat der Dichter rund 50 Jahre gelebt. Das Haus strahlt eine warme Atmosphäre aus, und viele Möbel sind aus seinem Besitz: der Esstisch, an dem Goethe hochrangige Gäste bewirtete, das Piano, auf dem Clara Wieck und der junge Felix Mendelssohn Bartholdy spielten, sein Schreibtisch, sein Bett und der Original-Ohrensessel, in dem er am 22. März 1832 mit 82 Jahren starb. Ich finde das irgendwie ergreifend, es ist noch keine 200 Jahre her. Auch der große Garten hinterm Haus ist ein Paradies mit wunderschönen Bäumen und Blumen.
Goethes Wohnhaus digital erleben
Das Wohnhaus ist ab November 2026 für rund drei Jahre wegen Sanierung geschlossen, voraussichtlich bis Ende 2029. Nur das Goethe-Nationalmuseum mit der Dauerausstellung „Lebensfluten – Tatensturm“ bleibt geöffnet. Das Wohnhaus kannst du in dieser Zeit aber digital erleben: mit virtuellen 360-Grad-Rundgängen, einer begehbaren, immersiven Medienstation im Museum oder der geführten Tour „Goethe digital“. Alle Infos gibt es bei der Klassik Stiftung Weimar und in der App Weimar+.
Romantische Gefühle im Gartenhaus
Viel kleiner und romantischer ist Goethes Gartenhaus im Park an der Ilm, in dem er seine ersten Weimarer Jahre verbracht hat. Das Häuschen liegt idyllisch im Grünen, hier traf sich Goethe mit Christiane Vulpius, als ihre Liebe noch ein Geheimnis war. Im Garten steht der „Stein des guten Glücks“ (auch Altar der Agathé Tyche): eine Kugel auf einem Würfel, eines der ersten nicht figürlichen Denkmäler überhaupt. Mir gefällt er richtig gut. Man kann ihn in klein übrigens im Museumsshop Weimar kaufen, ganz billig ist er nicht.
So schön wohnte Goethe in Weimar: In seinem herrschaftlichen Haus am Frauenplan mit den großen Garten (li.) empfing er oft noble Gäste. Fröhlich getafelt wurde im gelben Speisezimmer (Mitte), der Tisch war ausziehbar, sowas gab’s damals schon. Sein Gartenhaus im Park an der Ilm (re.) war führ ihn zeitlebens ein inspirierender Rückzugsort
2. In Schillers Wohnhaus vorbeischauen
Schillers Wohnhaus an der Schillerstraße (wo sonst?) ist viel kleiner als das von Goethe, aber wunderschön mit seinem gelben Anstrich und den türkisfarbenen Fensterläden. Es wäre die perfekte Kulisse für einen Biedermeier-Film. Original-Möbel gibt es kaum noch, aber alles ist im Stil der Zeit eingerichtet. Die Ausstellung im Schiller-Museum zeichnet ein lebendiges Bild des Dramatikers und des Familienmenschen Friedrich Schiller. Er war zeitlebens gesundheitlich angeschlagen und starb mit nur 45 Jahren an einer Lungenentzündung.
Faust – aktueller, als du denkst
Richtig gut gemacht ist „Faust. Eine Ausstellung“, die noch bis 1. November 2027 im hinteren Teil des Schillerhauses zu sehen ist. Die Räume sind sehr interaktiv gestaltet. Danach weißt du über Faust wieder alles, was du seit der Schulzeit längst vergessen hattest. Der Stoff ist zeitgemäßer als gedacht: Missbrauch, Macht, Bestechung, Inflation … Es geht zur Sache! Samstags und sonntags um 14.30 Uhr gibt es kurze Führungen, die „Stippvisiten“.
3. Über den Markt bummeln
Der Markt (Montag bis Samstag) ist wunderschön. Neben der berühmten Rostbratwurst vom Grill gibt’s hier Obst und Gemüse, Gewürze, Kräuter, Honig, Marmelade und mehr, alles appetitlich präsentiert. Und erst die Gebäude rundherum: das beeindruckende Rathaus, alte Bürgerhäuser, das reich verzierte Haus, in dem Lucas Cranach der Ältere lebte und arbeitete, und das traditionsreiche Hotel Elephant.
Mein Tipp: Zieh bequeme Schuhe mit fester Sohle an. Deine Füße werden dir dankbar sein, denn in der Altstadt läufst du fast überall über Kopfsteinpflaster.
4. Jakobskirche und Herderkirche besuchen
In der Jakobskirche hat Goethe seine große Liebe Christiane Vulpius geheiratet – nach 18 Jahren wilder Ehe. Eine skandalöse Beziehung war es natürlich, Christiane galt als nicht standesgemäß. Aber wie so oft gewöhnten sich die Leute daran … Auf dem Friedhof an der Kirche wurde Christiane 1816 beerdigt.
In der Herderkirche St. Peter und Paul ist der Altar von Lucas Cranach dem Älteren ein Highlight. Es gibt auch Führungen.
Nichts geht über eine Thüringer Rostbratwurst: Bei Teufels auf dem Weimarer Markt schmecken die langen Dinger richtig gut und würzig. Genau die richtige Stärkung für einen Besuch in der Herderkirche St. Peter und Paul (re.)
5. In die Fürstengruft hinabsteigen
Goethe wurde nicht neben seiner Frau beerdigt. Er liegt in der Fürstengruft auf dem Historischen Friedhof, auf der anderen Seite der Innenstadt. Damit wollte man ihm eine besondere Ehre erweisen. Sein Holzsarg steht in der Krypta neben dem von Schiller – dessen Sarg aber leer ist. Eine DNA-Untersuchung hatte 2008 gezeigt, dass die Gebeine darin nicht von ihm stammten. Ringsum stehen die unterschiedlichsten Sarkophage hochrangiger Adliger. Ein interessanter Ort mit vielen Erklärungstafeln, anschauen lohnt sich.
6. Auf Filzpantoffeln in die Anna-Amalia-Bibliothek
Der Rokokosaal der Anna-Amalia-Bibliothek ist einer der schönsten Bibliothekssäle der Welt: weiß und gold, über drei Etagen voller Bücher, mittendrin die Büste von Goethe. 2004 hat ein Brand Teile des Hauses zerstört, heute strahlt der Saal wieder. Du bekommst ein Büchlein in die Hand und Filzpantoffeln über die Schuhe, damit der alte Holzboden geschont wird. Und so schlappst du durch den beeindruckenden Saal, in dem rund 40.000 Bände stehen!
Anna Amalia war eine bemerkenswerte Frau: Nach dem frühen Tod ihres Mannes regierte sie fast 17 Jahre lang für ihren minderjährigen Sohn Carl August und holte Dichter und Denker an ihren Hof. Damit legte sie den Grundstein für das klassische Weimar.
7. Spezialitäten probieren: Thüringer Klöße, Rostbratwurst und Tafelspitz
Thüringer Klöße: aus rohen und gekochten Kartoffeln, mit gerösteten Brotwürfeln in der Mitte. Im Schwarzen Bären am Markt habe ich Roulade mit Rotkraut und Klößen gegessen – eine Riesenportion, aber ich hatte nach einem langen Tag auch Riesenhunger! Trotz der touristischen Lage kann ich dich beruhigen: Es ist kein Nepp, hier isst du wirklich gut. Das Haus ist aus dem 16. Jahrhundert, rustikal-gemütlich, sehr freundlicher Service.
Thüringer Rostbratwurst: natürlich vom Grill auf dem Markt, im Brötchen mit Senf. Bei Teufels gibt’s die besten, sagt man. Stimmt, finde ich. Das lange Ding war super fein gewürzt, echt ein Genuss.
Tafelspitz: Goethes angebliches Lieblingsgericht steht im Gasthaus Zum Weißen Schwan neben seinem Wohnhaus noch immer auf der Karte, mit Brühe, Kartoffeln und Frankfurter Grüner Soße. Auch hier: eine Riesenportion und richtig gut. Die Gasträume sind schön, aber nicht ganz so heimelig wie im Schwarzen Bären.
8. Kontrast zur Klassik: das Bauhaus-Museum
1919 wurde das Bauhaus in Weimar gegründet, und das Museum zeigt, wie stark diese Schule unseren Alltag bis heute prägt, vom Stuhl bis zur Teekanne. Ich bin ehrlich gesagt kein großer Bauhaus-Fan, aber das Museum ist gut gemacht. Besonders spannend fand ich die Möbel, vor allem das Modell der Frankfurter Küche: Damals hat man sich Gedanken gemacht, wie Frauen in der Küche mit kurzen Wegen und praktischer Einteilung schneller fertig werden. Heute würde ich sagen (kleiner Scherz, ich bin keine passionierte Hobbyköchin): Bleib mir weg mit der Küche, wir gehen essen. So ändern sich die Zeiten.
9. Ein Abstecher zur Wartburg und nach Erfurt
Eine Tour nach Eisenach und Erfurt ist, wie ich finde, der beste Ausflug, den du von Weimar aus machen kannst. Die Wartburg ist beeindruckend, super erhalten und restauriert. Und ein wichtiges Stück deutscher Geschichte, das man kennen sollte.
Wartburg: Auf den Spuren Martin Luthers und der heiligen Elisabeth
Die Wartburg erreichst du in gut einer Stunde mit dem Regionalzug. Vom Busbahnhof neben dem Bahnhof Eisenach fährt die Linie 3 bis zum Parkplatz unterhalb der Burg, die letzten 500 Meter geht es zu Fuß hinauf oder mit dem Shuttlebus (wenn deine Knie zwicken, nimm ihn auch wieder runter, denn der Weg ist steil). Den Palas siehst du nur bei einer Führung, danach geht es auf eigene Faust in die Lutherstube und ins Museum. Die Burg ist unglaublich gut in Schuss. Ab 1067 wurde hier gebaut, ganz ohne Maschinen – laut unserem Führer war sie in nur 16 Jahren fertig. Aber natürlich wurde im Lauf der Jahrhunderte immer wieder etwas dazugebaut und verändert. Die berühmtesten Bewohner waren die heilige Elisabeth und Martin Luther: Er übersetzte hier in nur elf Wochen das Neue Testament ins Deutsche, damit es auch einfache Leute verstehen konnten. Der Landgraf hatte ihm Unterschlupf gewährt, nachdem Luther auf dem Wormser Reichstag vom Kaiser geächtet worden war.
Mein Tipp: Bei schönem Wetter lohnt es sich, auf den Bergfried zu steigen (1 Euro extra). Und schau dich auf dem Rückweg in der Eisenacher Altstadt um: Nicht weit vom Markt liegen das Lutherhaus und das Bachhaus.
Stopover in Erfurt: zwei Kirchen, die Krämerbrücke und sehr viel Senf!
Auf dem Rückweg lohnt sich ein Stopover in Erfurt. Vom Hauptbahnhof fährt die Straßenbahn zum Domplatz mit dem Dom St. Marien und der Kirche St. Severi. Im Dom hängt die Gloriosa, die größte freischwingende mittelalterliche Glocke der Welt. Du siehst sie nur bei einer Führung, unbedingt vorab reservieren! Danach bummelst du durch die Altstadt mit kleinen Läden und Cafés bis zur Krämerbrücke, die komplett mit Fachwerkhäusern bebaut ist. Ein Laden reiht sich hier an den nächsten. Es ist ganz hübsch, aber ich bin ehrlich: Mir war sie zu überlaufen. Mein Shoppingglück fand ich dafür am Wenigemarkt 11 gleich nebenan, im Laden von Born-Senf. Ja, Senf! In Erfurt hat er Tradition, und du kannst dich durch alle möglichen Sorten probieren, von Walnuss- bis Kräutersenf, dazu Soßen und Ketchup. Meine Souvenirs: eine Tüte voller Senfgläser.
Alte Gemäuer: Die Wartburg (li.) thront über Eisenach. Die Krämerbrücke (Mitte) ist eines der Wahrzeichen von Erfurt und durchgehend mit Häusern bebaut. Davor liegt der Wenigemarkt mit dem Born-Senf-Laden. Unbedingt zum Senf-Probieren reingehen – ist mal was anderes als Schokolade!
10. Eine Wanderung einplanen
Weimar ist eine Stadt der Parks, hier lohnt es sich, zu Fuß loszuziehen. Mein Favorit für einen Vormittag: Vom Park an der Ilm geht es in rund 45 Minuten am Fluss entlang zum Schloss und Park Tiefurt, dem einstigen Sommersitz der Herzogin Anna Amalia, mit Grotte, Musentempel und Brücken über die Ilm. Der Park ist frei zugänglich, zurück in die Stadt fährt der Bus. Prüf die Busverbindung vorher in der VMT-App, sonntags fahren die Busse seltener. Hier sind noch mehr Wandertipps. In der Gegend um Weimar lassen sich viele schöne Wanderwege, Parks und Schlösser entdecken.
Rund um Schloss Belvedere: gut 7 Kilometer sind es zum Schloss & Park Belvedere südlich der Stadt, das zum Unesco-Welterbe gehört
Goethe-Erlebnisweg: Der Weg ist ca. 29 Kilometer lang, eine Tagesetappe von Weimar bis zum Schloss Kochberg, wo Goethe Charlotte von Stein besuchte. Mein Tipp: Leih dir dafür bei der Tourist Information Weimar ein Fahrrad.
Schloss und Park Ettersburg: Es war ein beliebter Jagd- und Sommersitz der herzoglichen Familie von Sachsen-Weimar und Eisenach. Man kann eine Runde von rund 12 Kilometern nördlich von Weimar durch den Park laufen.
Ein Weg zum Innehalten: Auf dem Ettersberg liegt die Gedenkstätte Buchenwald. Eine Runde von knapp 9 Kilometern führt zu diesem Ort, der zur Geschichte Weimars ebenso gehört wie Goethe und Schiller.
Eine kleine Pause muss sein: Beim Espresso in der kleinen Bar mit Blick auf den Frauenplan (li.). Bequem im Retro-Style geht’s mit der pferdelosen Kutsche durch Weimar (Mitte). Und: Ich liebe es, Kerzen anzuzünden und dabei ein Weilchen innezuhalten, hier in der St. Severi-Kirche in Erfurt (re.)
Alle Highlights in 3 Tagen – der beste Zeitplan für deine Städtereise
Das sind meine besten Tipps mit Ablauf für drei Tage, zum Beispiel für ein Wochenende von Freitag bis Sonntag. Der Plan funktioniert auch an anderen Wochentagen, dann checke vorher die Öffnungszeiten.
Tag 1: Markt, Kirchen und Goethehaus
Mittags: Ankommen, Koffer ins Hotel, Foto mit Goethe und Schiller vor dem Nationaltheater
Danach: Bummel über den Markt mit Rostbratwurst
Nachmittags: Jakobskirche und Herderkirche
15 Uhr: Fürstengruft
16 Uhr: Goethe-Nationalmuseum (Goethes Wohnhaus ist bis voraussichtlich Ende 2029 geschlossen, nutze die digitalen Angebote)
19 Uhr: Abendessen mit Thüringer Klößen im Schwarzen Bären am Markt
Tag 2: Wartburg und Erfurt
7.41 Uhr: Regionalzug nach Eisenach (bitte Fahrplan immer aktuell überpüfen, Frühstück beim Bäcker im Weimarer Hauptbahnhof)
10 Uhr: Führung auf der Wartburg, Lutherstube und Museum
Mittags: Bummel durch die Eisenacher Altstadt oder direkt weiter mit dem Zug nach Erfurt (der Regionalzug hält dort auf dem Weg nach Weimar)
Nachmittags: Stopover in Erfurt: Dom St. Marien und Kirche St. Severi, Altstadt, Krämerbrücke, Senf-Shopping
19 Uhr: Abendessen (z.B. Tafelspitz) im Gasthaus Zum Weißen Schwan, dessen Küche schon Goethe schätzte
Alternativ: Wenn du an Tag 2 lieber in Weimar bleibst (anstatt die Wartburg zu besuchen) oder einen weiteren Tag Zeit hast, plane das Bauhaus-Museum ein (Tipp 8). Rund eineinhalb Stunden solltest du dafür rechnen. Dienstags ist Ruhetag, ansonsten geöffnet von 10 bis 18 Uhr, im Winter (2. November bis 20. März) während der Woche kürzer (Montag und Mittwoch bis Freitag 11 bis 17 Uhr).
Tag 3: Bibliothek, Park und Schillerhaus
9.30 Uhr: Herzogin Anna Amalia Bibliothek mit dem Rokokosaal
Ab 10 Uhr: Spaziergang durch den Park an der Ilm zu Goethes Gartenhaus (Tickets gibt es auch vor Ort), Abstecher zum Shakespeare-Denkmal, dann über Beethovenplatz und Seifengasse zurück
Mein Tipp: Lust auf einen Espresso zwischendurch? In der kleinen Bar neben dem Weißen Schwan am Frauenplan schmeckt er hervorragend.
12 Uhr: Schillers Wohnhaus und Faust-Ausstellung
14 Uhr: Mittagessen im Café Frauentor oder im Residenz-Café am Schloss
Praktische Infos
Anreise
Ich empfehle dir die Anreise mit dem Zug. Vor Ort brauchst du kein Auto: Die Innenstadt ist klein, alles Wichtige erreichst du zu Fuß, nach Eisenach und Erfurt fahren stündlich Regionalzüge. Vom Hauptbahnhof fahren die Buslinien 1 und 7 ins Zentrum (Haltestelle Goetheplatz), zu Fuß sind es etwa 15 bis 20 Minuten.
Tourist-Information
Die Tourist-Information Weimar liegt zentral am Markt 4. Dort bekommst du Stadtpläne sowie Infos zu Stadtführungen und Veranstaltungen. Geöffnet ist sie freitags und samstags von 9.30 bis 18 Uhr, sonntags von 9.30 bis 14 Uhr, Telefon 03643 745-0. Dort gibt’s auch die WeimarCard mit freiem Eintritt in 22 Museen, einer öffentlichen Stadtführung und den Stadtbussen.
Tickets
Für fast alle gefragten Sehenswürdigkeiten brauchst du feste Zeitfenster. Ohne vorab gebuchten Time Slot hast du in der Regel kaum eine Chance.
Mein Tipp: Reserviere deine Tickets mit Zeitfenstern zwei bis drei Monate vor der Reise. Über das Ticketportal der Klassik Stiftung Weimar kannst du Goethes Wohnhaus digital, Goethes Gartenhaus, Rokokosaal, Schillers Wohnhaus und Bauhaus-Museum auf einmal buchen.
Wartburg:Führung durch den Palas 13 €, Shuttlebus zur Burg einfach 4 Euro, hin und zurück 7 Euro
Thüringen-Ticket: 35 € für eine Person, 43 € für zwei, über die DB-App. Am Wochenende gültig ab 0 Uhr bis 3 Uhr am Folgetag, nur im Nahverkehr (nicht im IC/ICE), gilt auch in Bussen in Weimar.
Stadtgeschichte
Das Weimar Haus in der Schillerstraße 16 ist ein Erlebnismuseum: Mit aufwendigen Kulissen, lebensechten Figuren, Licht und Ton reist du durch rund 5.000 Jahre Geschichte, von der Frühzeit über das Mittelalter bis zur Weimarer Klassik und Goethes Faust. Geöffnet Montag bis Samstag 10 bis 17 Uhr, sonntags 11 bis 16 Uhr.
Stadtführungen
Bei einer Stadtführung erfährst du noch mehr Geschichten hinter den Fassaden. Es gibt verschiedene Angebote, Tickets gibt’s bei der Tourist-Information Weimar. Hier eine Auswahl:
Altstadtführung Klassisches Weimar (12 Euro) Ideal für alle Fans der Weimarer Klassik: In 1,5 Stunden die Highlights entdecken, vor allem die Wirkungsstätten von Goethe, Schiller, Wieland und Herder.
Unterwegs mit dem Weimarer Nachtwächter (17 Euro) Die Führung bei Dunkelheit ist wie eine Zeitreise. Im Schein der Laternen geht’s durch die Altstadt. Eine magische Atmosphäre!
Elektrische Kutsche (30 Euro) Das ist mal eine echt witzige Art der Stadtrundfahrt: Mit der pferdelosen Kutsche geht’s zu verschiedenen Sehenswürdigkeiten. Start ist vor Goethes Wohnhaus.
Apps, die du vorher laden solltest
DB Navigator: Zugverbindungen, Thüringen-Ticket, Echtzeit-Infos
VMT-App: Fahrzeiten der Busse und Bahnen in Weimar und Erfurt (die Infos gibt es auch über Google Maps)
Fairtiq: Bustickets per Check-in und Check-out auf dem Handy
Weimar+: die App der Klassik Stiftung, auch mit Goethes Wohnhaus digital
Wo übernachten?
Hotel Schillerhof, Schützengasse 1: Hier habe ich gewohnt. Zentral, zwei Minuten vom Theaterplatz mit dem Goethe-Schiller-Denkmal. Sehr schön und modern, würde ich wieder buchen.
Hotel Elephant, Markt 19: das Traditionshaus direkt am Markt, wenn du dir etwas Besonderes gönnen möchtest. Thomas Mann hat ihm in „Lotte in Weimar“ ein literarisches Denkmal gesetzt.
Ferienwohnung oder Airbnb: In der Altstadt gibt es viele Apartments. Achte darauf, dass du fußläufig zum Zentrum wohnst.
Meine Restaurant- und Café-Tipps
Zum Schwarzen Bären, Markt 20: Thüringer Gerichte mit Klößen wie Hirschbraten und Rouladen, auch vegetarisch
Gasthaus Zum Weißen Schwan, Frauentorstraße 23: Schon Goethe schätzte die Küche, sein Lieblingsgericht Tafelspitz mit Grüner Soße steht noch auf der Karte, täglich ab 11.30 Uhr
Gasthaus Scharfe Ecke, Eisfeld 2: handgemachte Thüringer Klöße, nur mittags (Mo–Sa 11–15 Uhr), nur Bargeld, reservieren
Café-Restaurant Anno 1900, Geleitstraße 12a: schönes Ambiente im ehemaligen Wintergarten, deutsch-mediterrane Küche, gehobene Preise
Residenz-Café, Grüner Markt 4: Weimars Traditionscafé seit 1839, Sonnenterrasse mit Blick aufs Schloss, täglich 8–20 Uhr
Café Frauentor, Schillerstraße 2: Wiener-Kaffeehaus-Stil, großes Kuchenbuffet aus eigener Herstellung, nahe Schillerhaus
Gretchens Restaurant und Café, Seifengasse 8: mit Dachterrasse, gleich beim Frauenplan
Souvenirs
Goethe und Schiller zum Mitnehmen: Bücher, Notizbücher und Karten in den Museumsläden der Klassik Stiftung. Ich selbst habe mir Notizblöcke, Kugelschreiber und Broschüren mitgebracht.
Schokotaler oder Pralinen: Geschenkpackungen mit den berühmten Köpfen von Goethe und Schiller gibt’s im Schokolädchen am Frauenplan
Tee: Reichlich Auswahl findest du in der Teeboutique in der Windischenstraße 23, darunter zum Beispiel „Goethes Morgentee“ oder „Schillers Traum“
Kerzen von Anna & Julie: fantasievolle, handgemachte Kerzen, zum Beispiel als Einhorn, Törtchen oder heiße Schokolade
Zwiebelzopf: Im Herbst gibt es die geflochtenen Zöpfe auf dem Wochenmarkt. Der Zwiebelmarkt selbst ist Anfang Oktober (2027: 8. bis 10. Oktober, 2028: 13. bis 15. Oktober).
Außerdem: Design aus dem Bauhaus-Shop, Wein von Saale-Unstrut und natürlich Senf aus Erfurt
Mein Tipp: Kauf deine Souvenirs am Freitag oder Samstag. Sonntags haben die meisten Geschäfte geschlossen.
Reiseführer und Websites
Reise Know-How CityTrip Weimar: kompakter Stadtführer mit Spaziergängen und kostenloser Web-App
Reise Know-How CityTrip Erfurt und Weimar: beide Städte in einem Band, praktisch für den Stopover
Reise Know-How MeinTrip Thüringen: für Ausflüge in die Region
Mein Weimar-Fazit: Hier lohnt sich jeder Schritt
Meine Schritte-App freut sich: 13.617 Schritte waren es bei mir am Freitag in Weimar, 14.747 Schritte am Samstag bei meinem Abstecher zur Wartburg und nach Erfurt. Am Sonntag kam ich immerhin auf 9.702, obwohl ich ab 16 Uhr schon wieder im Zug saß. Macht zusammen: 38.066 Schritte. Das hätte ich nicht gedacht.
Es war ein richtig schönes Wochenende, so spannend und ereignisreich – und gefühlt viel zu kurz. Ich komme wieder, spätestens wenn Goethes Wohnhaus in neuem Glanz eröffnet.
Über mich
Ich bin Annette Agnello, seit über 35 Jahren Print- und Online-Journalistin mit den Schwerpunkten Reise, Ratgeber und Gesundheit. In meinem HikingNetti-Blog schreibe ich übers Wandern, Reisen und Glücklichsein für Frauen 50 plus.
Ich selbst bin Jahrgang 1968 und lebe in Baden-Baden. Ich bin zertifizierte DWV-Wanderführerin sowie Natur- und Landschaftsführerin. Regelmäßig führe ich Touren für den Schwarzwaldverein Baden-Baden.
Du findest hier Touren, Tipps, Reiseideen und jede Menge Inspiration, um aktiv zu bleiben und die Welt zu entdecken.
Denn eins ist sicher: In der Lebensphase 50 plus liegen die schönsten Wege noch vor dir, also lauf einfach los!