Mentale Stärke: So lernst du Resilienz
Wie viele Sportunfälle hattest du schon in deinem Leben? Bei mir waren es fünf. Der jüngste: ein komplizierter Ellenbogenbruch im Februar 2026. Operiert, mit Schrauben fixiert und drei Wochen gestreckt eingegipst. Ja, ich war deprimiert. Sehr sogar. Warum ich?, fragte ich mich. Warum bin ausgerechnet ich bei einer Winterwanderung auf Glatteis ausgerutscht? Doch eins habe ich zum Glück schnell kapiert: Es ist die falsche Frage! Denn auf „Warum ich?“ wirst du keine Antwort bekommen. Die einzige, die es vielleicht gibt: Shit happens!
Warum du dich von Verletzungen nie aufhalten lassen solltest
Das haben wir schon in der Wanderführerausbildung gelernt: Es ist nicht die Frage, ob etwas passiert – sondern wann es passiert. In einer Wandergruppe muss man immer damit rechnen, dass sich jemand verletzt. Diesmal hatte es eben mich erwischt, Punkt. Obwohl ich wirklich vorsichtig war. Obwohl mir bewusst war, dass Neuschnee auf Holzplanken rutschig ist. Obwohl ich wirklich vorsichtig war und im berühmten Pinguin-Gang nach vorne gebeugt vor mich hin watschelte. Ich knallte nach hinten auf den harten Boden und schlug mit dem rechten Ellenbogen zuerst auf. Autsch! Nach ein paar Monaten Physiotherapie ist mein Arm immerhin zu 95 Prozent wieder fit. Hundert Prozent darf man nicht erwarten. Meine Erfahrung: Was am Körper mal kaputt ist, lässt sich nicht mehr auf Werkseinstellung zurücksetzen. Aber zum Glück kann die moderne Medizin viel für uns tun!
Mentale Stärke kann man lernen
Und wie du dir wahrscheinlich schon gedacht hast: Vom Sport lasse ich mich trotz Verletzungen nicht abhalten, schon gar nicht vom Wandern oder Reisen. Denn am Ende geht es vor allem um eines: Resilienz! Das bedeutet, psychische Widerstandskraft zu entwickeln, um Krisen oder Rückschläge besser zu bewältigen. Es ist die Fähigkeit der Seele, nach schweren Zeiten wieder stark zu werden. Kann man Resilienz lernen? Die erfreuliche Antwort ist: Ja! Salopp gesagt geht es darum, wie du das Beste daraus machst, wenn dir etwas richtig Blödes passiert.
Was Zitronenlimo mit Resilienz zu tun hat
Oder noch einfacher – und diesen Spruch kennst du vielleicht: Wenn dir das Leben Zitronen gibt, mach Limonade draus. Klar ist das immer leichter gesagt als getan. Aber es wichtig, den Umständen entsprechend positiv zu denken. Ich organisierte also mein Leben und meinen Alltag neu. Bestellte mir Tiefkühl-Gemüse nach Hause, fuhr Bus statt Auto und lernte, die Computer-Maus mit der Linken zu bedienen. Fand ich das lustig? Nein! Aber ich tat es. Anfangs fiel es mir schwer. Es dauerte zwei Wochen, bis ich so weit war. Von da an saß ich in der Sonne und trank Limonade. Oder Espresso (siehe Bild oben).
Mentale Stärke kann man lernen
Schon kurze Zeit nach meinem schwarzen Tag zeigte sich feinstes Frühlingswetter, also ließ ich mich von meinem Mann öfter in die Baden-Badener Innenstadt kutschieren, bestellte mir im Café Einhorn den Mittagstisch oder futterte ein Stück Käsekuchen. Und wenn du dir vielleicht bei dem sonnigen Bild oben gedacht hast: Die Frisur sitzt! Ja, das tat sie. An Selbst-Haarewaschen, Föhnen oder Stylen war als einarmige Banditin nicht zu denken, daher gönnte ich mir wöchentlich einen Friseurbesuch bei meiner lieben Klodi Mansaku. Fun Fact am Rande: Weil meine Haare nicht ständig vom Sport verschwitzt waren, hielt die Pracht tatsächlich eine ganze Woche.

Mein kleiner Luxus: jede Woche einmal zum Friseur, waschen und föhnen. Da ging es mir immer gleich viel besser!
Meine besten Resilienz-Tipps für dich
Doch wie ist das jetzt eigentlich mit der Resilienz? Die gute Nachricht: Man kann sie lernen. Es gibt sogar Kurse dafür, zum Beispiel über die Krankenkassen. Dabei werden meist bestimmte Techniken angewendet und eingeübt. Was das Gehirn dann einmal drauf hat, hält gut für den Rest unseres Lebens. Was fürs erste oft helfen kann:
- Akzeptanz üben:
Die Situation annehmen, nicht ablehnen oder gar gegen sie ankämpfen. - Optimismus stärken:
Sich auf Dinge konzentrieren, die trotz allem gut gelaufen sind – das berühmte Glück im Unglück. - Lösungen finden:
Kleine, machbare Schritte überlegen und aktiv werden. Die Frage „Warum ich?“ bringt dich in dieser schweren Phase sicher nicht weiter. Also solltest du dir lieber die richtige Frage stellen:
„Was kann ich jetzt für mich tun, damit es mir besser geht?“ Das hört sich doch gleich viel positiver an, oder?! - Soziale Kontakte suchen:
Sich in schweren Zeiten jemandem anvertrauen, der zuhört und Mut machen kann. Für mich war das eine Freundin, mit der ich mehrmals pro Woche telefonierte (sie wohnt in einer anderen Stadt). Ich bin ihr wirklich dankbar dafür, das war einfach toll. Wir hatten so viel zu lachen, dass ich meinen doofen Arm vorübergehend glatt vergaß… - Eigene Stärke und Selbstvertrauen fördern:
Sich vergangene Erfolge und bewältigte Krisen bewusst machen und stolz auf sich sein. Und Erfolgsgeschichten hast du doch mit 50 plus sicher viele zu erzählen, oder?! Du hast es noch immer geschafft, egal was war. Also wird es dir auch diesmal gelingen.
Wichtig ist: Auch nur einzelne Schritte dieser Liste können helfen, es müssen nicht alle und schon gar nicht alle auf einmal sein. Sei stark und glaube an dich!

Frauen 50 plus sind besonders stark!
Hättest du das gedacht: Frauen über 50 sind besonders gut darin, Resilienz zu lernen. Das hat ganz einfache Gründe. Schließlich haben wir jahrzehntelange Berufs-, Familien- und Lebenserfahrung und verfügen damit über einen reichen seelischen Erfahrungsschatz. Diese innere Stärke hilft nachweislich beim pragmatischen Umgang mit Krisen. Vielleicht warst du dir bisher gar nicht bewusst, wie stark du wirklich bist?
Wie hast du deine Resilienz trainiert?
Das war meine kleine Geschichte zum Thema Resilienz. Welche Sportunfälle hast du schon hinter dir? Und wie hast du es geschafft, das Beste daraus zu machen und dich nicht unterkriegen zu lassen? Hast du deine Resilienz und dein positives Denken trainiert? Wie hat dir deine Lebenserfahrung 50 plus dabei geholfen? Schreib es mir in die Kommentare, ich bin super neugierig!
Hier kommt der Text über mich rein.


